Der Nabelbruch ist in der Medizin geläufig unter dem Namen Nabelhernie. Hernie bezeichnet grundsätzlich das Austreten der in der Bauchhöhe liegenden Eingeweide durch ein Öffnung in der Bauchwand. Diese Öffnung, Bruch genannt, kann entweder angeboren oder erworben werden. Der lateinische Begriff für Nabelbruch heißt Hernia umbilicalis et paraumbilicalis, wobei Hernia vom griechischen hernios abgeleitet Knospe bedeutet und auf die meist rundliche Auswölbung am Bauch hinweist. Umbicalis et paraumbicalis bezieht sich auf das lateinische Wort umbiculus – Nabel.
Bei einem Nabelbruch handelt es sich nicht etwa, wie der Name vermuten lässt um einen tatsächlichen Bruch des Nabels. Vielmehr tritt die unterste Schicht der Bauchwand, das Bauchfell, durch eine Lücke in der Muskelhaut rund um den Nabel. Das Wort Bruch ist hier eher in seiner Nebenbedeutung als Riss zu verstehen. Brüche können prinzipiell an vielen Stellen des Bauches auftreten. Erscheinen sie aber in der Nabelgegend, spricht man von einem Nabelbruch. Ursachen für einen Nabelbruch können z. B. Operationsnarben sein oder, weitaus häufiger, eine Schwachstelle in der Bauchwand.
Diese Schwachstelle wiederum kann sich entweder schon in der Embryona-lentwicklung ausbilden oder dadurch entstehen, dass die Bauchwand nach der Geburt nicht vollständig zusammenwächst. Somit kommt ein Nabelbruch besonders bei Neugeborenen häufig vor. Bei ihnen geht die Hernie aber normalerweise relativ schnell von selbst zurück. In 98 Prozent der Fälle heilt ein Nabelbruch bei einem Kleinkind bis zum dritten Lebensjahr ohne Therapie. Die Gruppe der am häufigsten betroffenen Erwachsenen sind Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Faktoren, die einen Nabelbruch begünstigen, sind unter anderem eine Bindegewebsschwäche und Übergewicht. Auch regelmäßiges schweres Heben fördert einen Nabelbruch. Hier entsteht durch Überbelastung der Bauchmuskeln ein Riss in der Muskelhaut. Weist die Bauchwand ohnehin schon eine Schwachstelle auf, kann unter Umständen schon heftiger Husten oder starkes Pressen bei chronischer Obstipation (Verstopfung) einen Nabelbruch verursachen. Auch bei Schwangeren tritt der Nabelbruch gesteigert auf, da der vermehrte Druck auf die Bauchwand diese leichter reißen lässt.
Erzeugt der Nabelbruch Schmerzen, müssen Erwachsene ihn normalerweise unbedingt operativ behandeln lassen, denn es besteht die Gefahr einer Einklemmung von inneren Organen. Oftmals jedoch verursacht er keine Schmerzen. Dann ist zwar meistens keine unmittelbare Gefahr gegeben, dennoch sollte ein Arzt konsultiert werden, sobald man die kleine Auswölbung der Bauchdecke bemerkt. Denn wenn auch ein Nabelbruch nicht immer eine Bedrohung für die Gesundheit darstellt, niemals heilt er ohne Behandlung.
